10. November 2005 
in Kürze: 

Schattenväter

"Am 7. Mai 1974 trat der deutsche Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt überraschend zurück. Willy Brandt war der erste sozialdemokratische Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und gilt als Vater der Entspannungspolitik im Kalten Krieg. Mit seinem Rücktritt übernahm Brandt die politische Verantwortung für die Agentenaffäre Guillaume, die weltweit für Aufsehen sorgte ­ ein neuer Höhepunkt im unsichtbaren Krieg der Geheimdienste. Wenige Tage zuvor, am 24. April 1974, sind Günter Guillaume, Brandts persönlicher Referent im Kanzleramt, und dessen Ehefrau Christel Guillaume als DDR-Spione enttarnt und in ihrer Bonner Wohnung verhaftet worden.

Die Ereignisse erschütterten nicht nur die Öffentlichkeit: Für Pierre Guillaume bricht mit der Verhaftung seiner Eltern eine Welt zusammen. Der 17jährige Bonner Gymnasiast wird von der Stasi in die DDR gelockt und beginnt seine lebenslange Irrfahrt durch das geteilte und später wiedervereinigte Deutschland. Der 12jährige Matthias Brandt wird durch den Rücktritt des Vaters aus seiner gewohnten Umgebung gerissen. Sein Zuhause wird später die Welt des Theaters. Politische Ambition und Heldentum sind beiden fremd. Matthias Brandt, der viel beachtete Schauspieler war kürzlich in dem TV-Zweiteiler 'Im Schatten der Macht' in der Rolle des DDR-Spion Günter Guillaume zu sehen - und Pierre Boom, wie sich der Journalist und Fotograf nach der Mutter nennt, veröffentlichte zuletzt das Buch 'Der fremde Vater'.

Doch Matthias Brandt und Pierre Boom, verbindet weit mehr als der Polit-Skandal Guillaume. Der Film zeigt ­ über alle politisch-ideologischen Unterschiede hinweg ­ die überraschenden Parallelen in der Beziehung der beiden Söhne zu ihren Vätern: Beide Väter entziehen sich ihren Kindern. Der eine verbirgt sich hinter einer falschen Identität; der andere kapselt sich emotional gegenüber seiner Familie ab. Beide bleiben für ihre Kinder unnahbare Fremde ­ Schattenväter."
(Text: movienet film)

Dokumentarfilm


 
Filmdaten 
 
Filmtitel: Schattenväter (Deutschland 2005) 
 
Regie: Doris Metz ("Die Wolfs - eine deutsche Familiengeschichte");
Mitwirkende: Matthias Brandt, Pierre Boom u.a.; Produktion: Eine Koproduktion PanEuropeanPictures mit ZDF / Arte; Länge: 95 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih von movienet film


Archivierte Kurzinformation 


Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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