1. September 2005 
in Kürze: 

Die große Depression

"Sind wir Deutsche depressive Jammerlappen oder sind wir einfach nicht ganz dicht?! 

Dem Filmemacher Konstantin Faigle erging es irgendwann einmal wie unserem Ex-Teamchef Rudi Völler. Er konnte den ganzen 'Scheißdreck einfach nicht mehr hören.' Und da er dieses Land und seine Sprache liebt und vor allen Dingen in diesem Jahr Vater wird, hat er beschlossen, mit einem Film der Sache auf den Grund zu gehen: Warum sind die Deutschen so, wie sie sind? Warum haben wir hier diese immense Lust am Jammern und an der Schwarzmalerei? Und warum sehen wir das Glas immer halb leer? Konstantin Faigle will einfach nicht, dass sein Kind in ein 'kollektiv depressiv verstimmtes Land' (Johannes Rau) mit einem depressiv verstimmten Vater hineingeboren wird. 

Selbst ein chronischer Hypochonder und laut Diagnose seines Arztes depressiv verstimmt, begibt sich der Filmemacher auf eine ethnologische, historische, soziologische und naturwissenschaftliche Reise kreuz und quer durch seine Heimat. Auf dem Weg trifft er prominente Antidepressiva wie Vater Faigle, Pater Anselm Grün, Ludwig II, Alice Schwarzer und Walter Jens.

Konstantin Faigle, der für sein Debüt 'Out of Edeka' mit dem Bayrischen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde, hält in seinem zweiten Kinofilm sich selbst und seinen Landsleuten den Spiegel vor. Mit 'Die große Depression' betreibt er satirische Ursachenforschung in Anlehnung an Michael Moore und begegnet auf seinem Roadtrip durch das Land der Dichter und Denker und der Richter und Henker britischen Touristinnen ebenso wie Ludwig II. Dabei sieht er sich  mit jeder Menge  Klischeevorstellungen, aber auch erstaunlich viel Optimismus konfrontiert und beweist einmal mehr, dass Selbstironie meist wirkungsvoller ist als Selbstkritik."
(Text: timebandits films)


 
Filmdaten 
 
Filmtitel: Die große Depression - Eine Komödie zur Lage der Nation (Deutschland 2004) 
Regie: Konstantin Faigle;
Mitwirkende: Alice Schwarzer, Pater Anselm Grün, Prof. Walter Jens, Prof. Dr. Florian Holsboer, Hans und Josefine Faigle, Vera F. Birkenbihl, Prof. Dr. Ortwin Renn, Prof. Günter Jerouschek, die "BILD" u.a.; Drehbuch: Konstantin Faigle; Co-Recherche: Michael Pfizenmaier; Redaktion: Lucas Schmidt; Produktion: unafilm, Titus Kreyenberg; Koproduktion: ZDF / Das Kleine Fernsehspiel; Kamera: Hajo Schomerus; Länge: 92 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih der timebandits films GmbH


Archivierte Kurzinformation 


Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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