20. Januar 2005 
in Kürze: 

Gente di Roma

"Was ist Rom, Italiens Hauptstadt, heute? Was ist aus ihr geworden? Wer lebt in ihr, träumt von ihr und durchmisst sie mit seinen Schritten oder betrachtet ihren chaotischen Verkehr durch die Fenster von Autos und Bussen - wer sind die Tausende von Gesichtern, die jeden Tag die U-Bahnen und Straßenbahnen bevölkern?

Worüber denken sie nach, die Leute, die in den Cafés und auf den Plätzen der Stadt verweilen, diese älteren Männer mit den matten Augen? Welche TV-Soap-Opera hat das Herz des Mädchens erobert, das gegenüber der Straße in der Küche des Appartements Artischocken 'alla Romana' kocht?

Normale Menschen jeden Alters und jeder sozialen Klasse, vom Arbeitslosen bis zum Angehörigen des Adels: der rassistische Barmann hinter dem Tresen des Cafés; der durchgeknallte Intellektuelle, der im Bus die Haltung der Römer zu nicht-europäischen Immigranten erfragt; die ängstliche Seele, die auf dem Friedhof die Stimmen der Verstorbenen hört; der alte Mann in dem Seniorenheim, der bald vergessen sein wird von seinem Sohn; das schlechte Gedächtnis von Leuten, die an Alzheimer leiden; der junge Mann, der den Bus nimmt und den Wahnsinn der Welt entdeckt; die erhabene Schönheit der antiken Ruinen und die Vagabunden, die sie noch bevölkern.

'Gente di Roma', Ettore Scolas jüngster Film, digital gedreht und auf Film übertragen, ist die ... Hommage des Regie-Altmeisters an eine Metropole, die - in einer Mischung aus Wärme und gewissenloser Gleichgültigkeit - denen Zuflucht gewährt, die in der Stadt geboren wurden, wie jenen, die sie als ihr angenommenes Heim auserwählt haben.

'Gente di Roma': die Menschen, die in der schönsten, quirligsten und grausamsten Stadt der Welt leben." (Presse-Text)


 
Filmdaten 
 
Filmtitel: Gente di Roma 
Originaltitel: Gente di Roma (Italien 2003) 
Regie: Ettore Scola;
Darsteller: Giorgio Colangeli, Antonello Fassari, Fabio Ferrari, Fiorenzo Fiorentini, Arnoldo Foà, Sabrina Impacciatore, Salvatore Marino, Valerio Mastandrea, Rolando Ravello und als sie selbst Stefania Sandrelli; Drehbuch: Ettore, Paola und Silvia Scola; Kamera: Franco Di Giacomo; Musik: Armando Trovaioli, Cam Original Soundtrack; Länge: 100 Minuten; ein Film im Verleih von Movienet Film


Archivierte Kurzinformation 


Zitat

"Er etablierte eine Form der Filmkritik, wie es sie vorher und nachher nicht mehr gab. Merker bestand darauf, bei der Auswahl der Filme und der Ausschnitte freie Hand zu haben - was heutzutage, im Zeitalter der immer gleichen Clips, undenkbar ist. Jahrelang gaben sogar die großen Verleihe nach, weshalb Hollywood bei ihm eine ebenso große Rolle spielte wie unabhängig gedrehte, schützenswerte Werke. Helmut Merker mochte nicht einzelne Filme, sondern er liebte das Kino."

Aus dem Nachruf von Milan Pavlovic in der Süddeutschen Zeitung zum Tode des früheren WDR-Filmredakteurs, Filmpublizisten und
-kritikers Helmut Merker (18.08.1942 - 03.09.2018)

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