26. Dezember 2002 
in Kürze: 

Der Sohn der Braut

"Für Rafael Belvedere (Ricardo Darín) fließt das Leben irgendwie dahin. Obwohl ihm etwas Jungenhaftes, Schelmisches anhaftet, findet er keine wirkliche Beziehung zu den Dingen und Menschen um sich herum. Am liebsten zappt er sich durchs Fernsehprogramm und will eigentlich nur die Folgen seiner alten Lieblingssendung aus Kinderzeiten sehen: Zorro.
Mit seinen 42 Jahren sieht er seinem Helden allerdings gar nicht ähnlich. Die Zeiten, in denen er sich mit schwrzem Umhang und Maske als Diego de la Vega fühlte, sind lange vorbei. Wofür er heute kämpft, hat nichts heldenhaftes: Das italienische Restaurant, das er von Vater Nino (Héctor Alterio) samt Inventar und Personal übernommen hat, macht permanent Schwierigkeiten. Seine Ehe ist gescheitert, für seine Tochter Vicky (Gimena Nóbile) findet er viel zu wenig Zeit. Er hat wenig Freunde und seine jugendliche Freundin hält er emotional auf Distanz. Meistens ereilt ihn ein dringendes Telefonat aus dem Restaurant, wenn Naty (Natalia Verbeke) ihn für sich haben möchte.
Nur mit seinem Vater Nino verbindet ihn eine starke Beziehung. Nino Belvedere erinnert sich gerne an die alten Zeiten und ist voll zärtlicher Liebe für seine Frau Norma (Norma Aleandro), die an Alzheimer leidet und in einem Pflegeheim lebt. Rafael jedoch hat die Besuche bei der Mutter auf ein Minimum reduziert. Ihre Enttäuschung darüber, dass er sein Studium abgebrochen hat, kann er nicht überwinden.
Für seinen Vater aber ist Norma immer noch der Engel, der sein Leben in ein Paradies verwandelte, und ihr möchte er zum Geburtstag den einzigen unerfüllten Wunsch verwirklichen, dem er sich immer verweigert hat: sie kirchlich zu heiraten. Rafael hält das für keine gute Idee.
Erst ein Herzinfarkt, mehrere Tage auf der Intensivstation und das unverhoffte Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Juan Carlos (Eduardo Blanco), einem erfolglosen Schauspieler, der sich mit Statistenrollen begnügen muss, begreift Rafael, dass er sein Leben in die Hand nehmen und Entschedungen fällen muss. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass es ohne Liebe, Familie und Freunde nicht geht, dass Naty die Frau seines Lebens und sein Vater kein senil romantischer Greis ist.
Nicht nur für Norma wird die Hochzeit der schönste Tag im Leben..." (Presse-Text)
Die Komödie war 2002 als Bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert.

 
Filmdaten 
 
Filmtitel: Der Sohn der Braut 
Originaltitel: El Hijo de la Novia (Argentinien 2001) 
Regie: Juan José Campanella; Darsteller: Ricardo Darín (Rafael Belvedere), Héctor Alterio (Nino Belvedere), Norma Aleandro (Norma Belvedere), Eduardo Blanco (Juan Carlos), Natalie Verbeke (Naty), Gimena Nóbile (Vicky), Claudia Fontán (Sandra), David Masajnik (Nacho), Atilio Pozzobón (Francesco), Salo Pasik (Daniel) u.a.; Drehbuch: Juan José Campanella, Fernando Castets; Hauptproduzent: Adrián Suar; Produzenten: Fernando Blanco, Pablo Bossi, Jorge Estrada Mora, Gerardo Herrero, Mariela Besuievdsky; Co-Produzent: Naya Films; Ausführender Produzent: Juan Pablo Galli; Kamera: Daniel Shulman; Musik: Angel Illaramendi; Länge: 125 Minuten; FSK: ohne Altersbeschränkung; ein Film im Verleih von Movienet Film GmbH


Archivierte Kurzinformation 


Zitat

"Robby Müller hat das Handwerk und die Kunst der Kameraführung und des Lichtsetzens erneuert und vorangetrieben. Er konnte wie kaum ein anderer in seinen Bildern Stimmungen erfassen und Zustände beschreiben, die mehr über Charaktere erzählten als Dialoge und dramaturgische Strukturen. Er wusste, wie man für eine Geschichte und einen Film ein ganz eigenes Klima erzeugt, in dem seine Figuren im wahrsten Sinne des Wortes 'gut aufgehoben' waren. Für eine Handvoll Filmemacher war er der wichtigste Wegbegleiter."

Regisseur Wim Wenders zum Tode des Kameramanns Robby Müller (04.04.1940 - 03.07.2018)

Drucken

Artikel empfehlen
Mr. Wong Delicious Facebook Webnews Linkarena 
Hilfe