"In den 60er Jahren wurde eine neue Spezies im Viktoriasee in Tansania
/ Afrika ausgesetzt: der Nil- bzw. Viktoriabarsch. Als Raubfisch vernichtete
er fast den gesamten Bestand an heimischen Fischen im Viktoriasee und vermehrte
sich selbst so schnell, dass heute täglich Tonnen der teuren Nilbarsch-Filets
in die gesamte Welt exportiert werden. Täglich landen russische Flugzeuge,
um den frischen Fang aufzunehmen und in westliche Industrieländer
zu bringen; für die heimische Bevölkerung bleiben Fischreste,
die von Müllhalden aufgelesen werden. Vom Fischhandel profitieren
nur wenige, gleichzeitig wachsen in der Bevölkerung Drogenkonsum und
Prostitution. Doch die Konsequenzen reichen über ökologische
und ökonomische Folgen hinaus, denn die 'Handelsflugzeuge' holen nicht
nur ihre Ware, sie lassen im Austausch auch etwas da: Kalaschnikows und
Munition für die unzähligen Kriege des afrikanischen Kontinents."
(Text: Arsenal Filmverleih,
zitiert nach dem Katalog des Filmfestivals Max-Ophüls-Preis
2005)
Filmdaten
Filmtitel: Darwins
Alptraum
Originaltitel: Darwin's Nightmare (Frankreich 2004)
Regie: Hubert Sauper;
Drehbuch: Hubert Sauper; Produktion: Mille et une productions;
Kamera: Hubert Sauper, Alexander Rieder;
Länge: 111
Minuten;
FSK: ab 6 Jahren; ein Film im
Verleih von Arsenal
Filmverleih
"Alles, was vielseitig und kleiner ist, hat überall in der Welt den Großen, den Supermärkten, Platz zu machen. Wenn Sie so wollen, war das europäische Kino immer ein Einzelhandel."
Regisseur Wim Wenders über das europäische Kino im Vergleich mit dem amerikanischen